Nierensteine

NiereUnter Nieren- oder Harnsteine werden Ablagerungen in den Nierengängen oder ableitenden Harnwegen verstanden. Nierensteine unterscheiden sich in ihrer Zusammensetzung und werden dadurch klassifiziert. Die häufigste Steinart sind Calciumoxalat-Steine. Zur Steinbildung kommt es durch eine Erhöhung der steinbildenden Harnbestandteile, verursacht u.a. durch Flüssigkeitsmangel, Hyperurikämie (Gicht) und Infektionskrankheiten.

Das Citrat gilt als ein bedeutender Hemmer für die Harnsteinbildung. Erhöhte Citratwerte im Urin senken das Risiko der Steinbildung, je geringer die Citratkonzentration im Urin, desto weniger lösliches Calciumcitrat kann ausgeschieden werden und damit Calcium der Steinbildung entzogen werden. Ebenso fördert ein saurer pH-Wert des Urins die Bildung von Harnsäuresteinen, da Harnsäure bei einem sauren pH-Wert unlöslich wird und ausfällt.

Eine Citrattherapie wird zur Nierensteinbehandlung erfolgreich eingesetzt:

  • Citrattherapie wird angewandt bei Calciumoxalatsteinen, Harnsäuresteinen und saurem Urin (Rinnab et al., Alkalicitrate in der Urologie: Eine Standortbestimmung. Der Urologe 2004 43:429-439).
  • Langzeittherapie mit Kaliumcitrat führte zu einer signifikanten Erhöhung des Urin pH-Wertes und des Citratgehaltes im Urin. Die Steinbildungsrate konnte signifikant gesenkt werden (Robinson et al., Impact of long-term potassium citrate therapy on urinary profiles and recurrent stone formation. The Journal of Urology, Vol.181, 1145-1150, March 2009).
  • Durch die Mikrogravitation während einer Raumfahrt ändert sich die chemische Zusammensetzung des Urins. Eine Supplementation mit Kaliumcitrat führte zu einer erniedrigten Calciumausscheidung im Urin sowie zu einem erhöhten Urin pH-Wert wodurch das Risiko der Nierensteinbildung während einer Raumfahrt sinkt (Whitson et al., Effects of potassium citrate therapy on the risk of renal stone formation during spaceflight. The Journal of Urology, Vol.182, 2490-2496, November 2009).
  • Übersichtsartikel (Review): Citrate im Urin reduzieren das Risiko für Calciumsteinbildung (Miriam Zacchia, Patricia Preisig, Low urinary citrate: an overview. J Nephrol. 2010 Nov-Dec;23 Suppl 16:S49-56).