Citrate und ihr Wirkprinzip
Wirkprinzip des Citrats – der basische Effekt

Die wohl bisher unterschätze Wirkung des Citrats auf den Stoffwechsel beruht auf dem basischen Effekt des Citratmoleküls, d.h. es kann Säure binden. Dabei bildet sich Zitronensäure, die neutral zu Kohlendioxid und Wasser abgebaut wird – es wird aktiv Säure aus dem Körper entfernt.

Citrat - der basische Effekt

Das genaue Wirkprinzip des Citrates ist anhand von Kaliumcitrat in der nachfolgenden Abbildung dargestellt. Aufgenommenes Kaliumcitrat bleibt von der Magensäure unberührt und gelangt in den oberen Dünndarmabschnitt. Bei einem leicht alkalischen pH-Wert von 8, welcher in diesem Darmabschnitt vorliegt, dissoziiert das Kaliumcitrat in das Kation Kalium und das Anion Citrat und kann dann vom Körper aufgenommen werden. In der Zelle bindet das Citratmolekül aktiv Säure (H+-Ionen), wobei sich Zitronensäure bildet. Die Zitronensäure wird in den Zitronensäurezyklus (ein ständig ablaufender Stoffwechselprozess in der Zelle) eingeschleust und letztendlich zu Wasser und Kohlendioxid abgebaut. Das Kohlendioxid wird über die Lunge abgeatmet, dass Wasser über den Urin ausgeschieden. Über das Citrat wird Säure gebunden und durch die Bildung neutraler Endprodukte aktiv aus dem Körper entfernt.

Regulation

Basen-bildende Lebensmittel enthalten organische Mineralstoffverbindungen auf Citratbasis, d.h. die basische Wirkung der Lebensmittel entsteht aufgrund des Citratgehaltes mit dem säurebindenden bzw. Säure-neutralisierenden Effektes.

Therapie und Prävention durch Citrate

Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass gerade die Citrate einen wichtigen Beitrag zum Erfolg einer Mineralstofftherapie leisten bzw. sogar alleinig für den positiven Effekt verantwortlich sind. Bei der Citrattherapie steht der basische Effekt im Vordergrund, der durch die Verstoffwechselung der Citrate entsteht. Hierdurch kann eine extrazelluläre Übersäuerung ausgeglichen werden. Säure selbst kann Schmerzrezeptoren stimulieren und dadurch Schmerzen auslösen (Holzer P., Acid-sensitive Ion cannels and receptors. Handbook of Experimental Pharmacology, 2009, Volume 194, Part 2, 283-332). Ebenso konnte gezeigt werden, dass der pH-Wert einer Lösung Einfluss auf die Schmerzintensität hat. Je saurer die Lösung (je niedriger der pH-Wert), desto höher die Schmerzintensität.

Inverse Korrelation zwischen Schmerzintensität und pH-Wert einer injizierten Lösung

Abb.: Inverse Korrelation zwischen Schmerzintensität und pH-Wert einer injizierten Lösung (Ugawa et al., Amiloride-blockable acid-sensing ion channels are leading acid sensors expressed in human nociceptors J Clin Invest. 110:1185-90, 2002).

Der Einsatz der Citrattherapie stellt eine Möglichkeit zu schonenden Behandlung von verschiedenen Erkrankungen dar, insbesondere bei chronischen Schmerzen.